Urban Farming – so schmeckt die Stadt

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Urban Farming – so schmeckt die Stadt.

Ob Tomaten am Balkon, Kräutergarten am Dach oder „Garteln“ mit den Nachbarn im Gemeinschaftsgarten – Urban Farming ist einer der Trends dieses Jahres und wird uns – davon sind wir überzeugt – noch lange begleiten. Doch was genau versteht man eigentlich unter Urban Farming?

Da der Trend ein relativ Junger ist, hat sich noch keine einheitliche Definition von Urban Farming durchgesetzt. Auch der Unterschied zwischen den Begriffen Urban Farming und Urban Gardening ist nicht ganz klar.

Wir sehen Urban Farming als die auf Subsistenz (=Selbstversorgung) zielende Nutzung der Stadt. Das umfasst sowohl den Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern als auch die Haltung von Nutztieren, wobei wir uns in diesem Blog überwiegend mit ersterem beschäftigen werden. Unter Urban Gardening hingegen verstehen wir zusätzlich zum Urban Farming den Anbau von Zierpflanzen (z.B. Blumen) in der Stadt.

Urban Farming – ein neuer Trend?

Die Geschichte des Urban Farmings reicht schon einige Zeit zurück – wenn auch nicht unter diesem Begriff. Ein Beispiel hierfür sind die Victory Gardens, die in amerikanischen Städten angelegt wurden, um die Bevölkerung während der Weltkriege versorgen zu können und die zeitweise bis zu 41% der Gemüseproduktion der Vereinigten Staaten ausmachten.

Seit einigen Jahren erfährt das Gärtnern in der Stadt wieder einen regelrechten Boom, ausgelöst durch die Do-it-Yourself – Bewegung in der Bevölkerung. So ist es wieder angesagt, seine eigene Marmelade einzukochen, Essig herzustellen – oder eben das Gemüse für den Salat am Abend selbst anzubauen. Selbstgezüchtet schmeckt es eben am besten. Auch das Zukunftsinstitut bezeichnet Urban Farming als „Mega-Trend“.

Laut der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) bauen heute weltweit 800 Millionen Menschen Nutzpflanzen in der Stadt an. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich – von Selbstversorgung bis hin zur Selbstverwirklichung.

Die Stadt nutzen

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den städtischen Raum für den Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern zu nutzen. Und das Schöne daran ist: jede und jeder kann das tun – von der gestressten Unternehmerin bis hin zum hippen Studenten. Botanisches Vorwissen ist dafür nicht nötig (dafür sind wir das beste Beispiel).

Auch mangelnder Platz ist keine Ausrede – eine Möglichkeit, die auf den ersten Blick recht banal wirken mag, aber für wirklich jede/n realisierbar und ein toller Einstieg in die LandStadtwirtschaft ist, ist der Anbau von frischen Kräutern am Fensterbrett. Wer das Glück hat, eine Dachterrasse oder ein Flachdach zu haben, kann dieses nutzen, um vom Salat bis hin zu den Erdbeeren ganze Menüs selbst zu züchten.

Eine weitere schöne Option sind die Gemeinschaftsgärten, die langsam aber sicher in den Städten Österreichs und Deutschlands entstehen, wie etwa der „Hegerlein-Garten“ in Wien oder das „himmelbeet“ in Berlin.

Es gibt so viele Möglichkeiten, die Stadt essbar zu machen, dass wir diesen einen eigenen Blog-Beitrag gewidmet haben: LINK

Mehr als nur nachhaltig

Einer der Hauptgründe der – zurecht – als Argument für Urban Farming gebracht wird ist die Nachhaltigkeit. Kürzere Transportwege, geringerer Energiebedarf und eine Reduktion von Plastikverpackungen sind aber nicht die einzigen Vorteile einer essbaren Stadt. Auch die Verschönerung der Stadt, der Gemeinschaftsgedanke und der wiedergewonnene Bezug zum Essen machen den Gemüseanbau in der Stadt zu einem tollen Trend, der genau den Zeitgeist trifft. Wir könnten hier noch ewig weiter schreiben – weitere Gründe für Urban Farming findet ihr in einem eigenen Blog-Beitrag.

Die Stadt – Nährboden für die verschiedensten Pflanzen

Doch was wächst denn eigentlich in der Stadt? Eignet sich jedes Gemüse, jedes Obst für die urbane Landwirtschaft?
Grundsätzlich ja – es geht nur darum, wie wir den städtischen Raum nutzen. So wachsen beispielsweise auch in der Stadt gewisse Pflanzen nur oder am besten in Glashäusern. Doch wieso sollten diese nicht am Dach eines 40-stöckigen Gebäudes stehen? Zudem bieten „neue“ Anbaumethoden wie Hydro- oder Aquakultur, automatisierte Bewässerung oder Vertical Farming gerade für die Pflanzenzucht in der Stadt tolle Lösungen.

Unsere Mission

Als wir mit dem Urban Farming begonnen, hatten wir einige Barrieren zu überwinden – zu wenig Platz, zu wenig Erfahrung, zu wenig Zeit. Wir haben unzählige Stunden damit verbracht, uns Informationen zusammenzusuchen, was nicht immer ganz einfach war. Deswegen möchten wir mit unserem Blog eine Plattform schaffen, die das Thema Urban Farming aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet. Von der Vorstellung von Projekten über Rezeptideen bis zu botanischen Tipps möchten wir gemeinsam mit euch Menschen dabei helfen, den Einstieg in dieses spannende Hobby (man kann fast schon sagen Lebenseinstellung) zu finden. Damit auch Ihr erlebt, wie gut die Stadt schmeckt. Lasst uns gemeinsam etwas grün in das grau der Stadt bringen!

 

Quellen:
http://www.moysig.de/moysig/wp-content/uploads/2013/05/Megatrend_Map_480x340_4er.jpg
http://www.fao.org/urban-agriculture/en/
http://himmelbeet.de/
https://smartcity.wien.gv.at/site/tag/urban-farming/
https://wien.gruene.at/umwelt/jetzt-erntest-du

 

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Dan

Dan ist 22 und studiert Innovationsmanagement und Produktmarketing an der Austrian Marketing University in Wieselburg. Er wohnt mit seiner Freundin Lisi im 18. Bezirk in Wien.

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