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Der geschichtliche Hintergrund des Urban Farmings – Wo hat (vielleicht) alles begonnen?

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Gründe in der heutigen Zeit im urbanen Raum Essbares anzubauen gibt es viele. Wir versuchen euch in den unterschiedlichsten Artikeln immer wieder gute Beispiele und Argumente zu liefern. Natürlich maßen wir uns nicht an zu behaupten, die Welt neu erfunden zu haben. Mit den kommenden Artikeln möchten wir euch ein bisschen für die geschichtliche Entwicklung des Urban Farming sensibilisieren. Größtenteils befinden wir uns mit historischen Projekten (obwohl sich historisch immer verdammt lange her anhört) tendenziell in der späteren Hälfte des 20 Jahrhunderts. Mit den folgenden Artikeln möchten wir euch aber auch zeigen, dass es in der Menschheitsgeschichte bereits vergleichbare Ansätze zum heutigen Urban Farming gegeben hat.

Grundsätzlich ist es so, dass die Menschheit in der jetzigen Form nur existieren kann/konnte, weil unsere Vorfahren es geschafft haben, die Energie unserer Nahrung zu erhöhen. Wir sind also quantitativ so Menschen auf unserem Planeten geworden, weil wir es geschafft haben, uns entsprechend mit Nahrung zu versorgen. Heute wissen wir, dass es keine 24 Stunden dauert, bis eine Kiwi aus Chile oder Neuseeland etwa bei uns im Supermarkregal landet. Diese logistische Leistung wäre selbst vor 100 Jahren undenkbar geschweige denn bezahlbar gewesen. Regionaler Anbau war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts demnach keine bewusst getroffene Entscheidung der Menschen, sondern aufoktroyiert durch entweder nicht vorhandene oder zu teure Transportmöglichkeiten.

Das sich die Landwirtschaft in ihrer Leistungsfähigkeit  immer weiterentwickelt hat, ist uns allen dadurch bewusst, dass unsere Nahrungsmittel über die Jahre hinweg günstiger geworden sind. Ein kleines Beispiel:  Musste man 1980 für einen Liter Milch durchschnittlich 8,8 Minuten arbeiten, so waren es 2008 leidglich 4,1 Minuten. Ein weiterer Faktor, der dies belegt, ist die Produktivität der Landwirte, die speziell in den letzten Jahren massiv gestiegen ist. Brauchte es im Jahr 1980 einen Landwirt/eine Landwirtin für die Versorgung von 47 Menschen, so würde dieselbe Person heute in etwa 133 Personen versorgen. Die Tendenz ist grundsätzlich klar. Nun kommt noch eine wesentliche Entwicklung hinzu. Die UN, genauer gesagt Kofi Annan, hat im Jahr 2000 in Berlin davon gesprochen, von damals an, in 25 Jahren zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben wird. Diese „Urbanisierung“ schreitet nach aktuelleren Berechnungen zufolge noch mehr voran. Bereits 2050 werden 80% der Menschen auf dem Planeten im städtischen Raum zu finden sein. Dies bedeutet für die Landwirtschaft, dass diese noch fortschrittlicher werden muss. Würden wir hier mit konventioneller Landwirtschaft weiter wirtschaften, so zeigen Berechnungen, die ebenso bis dahin ein Anwachsen der Weltbevölkerung auf neun Milliarden prognostizieren, dass wir eine zusätzliche Ackerfläche in der Größe von Brasilien benötigen würden.

Unter Anbetracht dieser Tatsachen möchten wir euch zeigen, dass Urban Farming das perfekte Bindeglied aus Vergangenheit und Zukunft ist. Einerseits ermöglicht der regionale Anbau von Lebensmitteln eine Verringerung der Transportwege und eine damit verbundene Reduktion von schädlichen Emissionen. Der Aspekt Regionalität steht daher für den Anbau, wie er zu früheren Zeiten üblich war. Auf der anderen Seite (hier kommt die zukünftige technische Komponente ins Spiel) steigt durch die immer höhere Integration von Technik in die Landwirtschaft die Produktivität immer mehr. Mit einem immer geringer werdenden Einsatz von Ressourcen sind wir in der Lage, einen immer höheren Output zu erzielen.

Vielleicht kann ich euch mit der folgenden Rechnung ganz deutlich zeigen, wieso ich Urban Farming als perfekte Kombination aus der historischen Sicht der Landwirtschaft und zukünftiger technischer Entwicklungen sehe: Regionaler Anbau + gesteigerte Produktivität = Urban Farming.

Ganz kurz habe ich anfänglich landwirtschaftlichen Entwicklungen beschrieben. Die gesteigerte Produktivität ist bis jetzt rein auf der Optimierung und Technisierung der konventionellen Landwirtschaft zustande gekommen. Die Frage, der ich allerdings in den kommenden Artikeln ein wenig auf den Grund gehen möchte lautet, wie denn etwaige Vorläufer der heutigen Hydro- oder Aquakulturen ausgesehen haben können, wer hat hier in der Geschichte in wie fern eine Rolle gespielt, sind die Fragen, die ich versuchen möchte zu beantworten. Gleich vorweg: Keinesfalls erhebe ich den Anspruch auf absolute Vollständigkeit. Laufend wird in dieser Rubrik ergänzt werden, wenn ihr also Anregungen oder Wünsche habt, freue ich mich, dem genauer nachzugehen und eure Informationen in weiterer Folge einzubauen.

Die ersten Schritte des Urban Farming – palastnahes Farming

Werfen wir einen Blick zurück in die Geschichte (was für eine Floskel mit einem historischen Thema zu beginnen), dann sehen wir, dass die Ursprünge der heutigen Hydrokultur nicht nur existenzsichernde Gründe zur Überlegung hatte, sondern genauso der Optik diente. Der Schluss liegt deshalb nahe, da beim folgenden Beispiel nicht ausschließlich Pflanzen angebaut wurden, die zum Verzehr geeignet waren, sondern auch Zierpflanzen gesetzt worden sind. Hier unsere historischen Beispiele:

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Alexander Munda

Alex "Lexi" Munda hasst das Konzept von Tierhaltung, weil er selber so Viech ist - Er lebt eingesperrt bei seiner Freundin, darf nur alle 3 Tage das Haus zum Einkaufen verlassen - aber heimlich am Klo blog schreiben geht noch so grade.

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