8 Gründe für Urban Farming

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8 Gründe für Urban Farming

Urban Farming ist eine tolle Entwicklung – und das aus vielen, ganz verschiedenen Gründen. Interessant ist, dass der Trend eine Gegenbewegung zu vielen „Problemen“ der heutigen Gesellschaft darstellt: Überproduktion, Verschwendung von Nahrungsmitteln, verlorener Bezug zum Essen oder Vereinsamung.

Nachhaltigkeit

(1) Die Strecke, die ein Kilo Kartoffeln vom Feld durchschnittlich zurücklegt, bis es beim Supermarkt ums Eck landet beträgt 1.555km. Das entspricht in etwa der Strecke Wien -> Hannover – und zurück (1.600km). Mit Urban Farming kann diese Transportstrecke und damit auch die Umweltbelastung theoretisch auf wenige Meter, auf jeden Fall aber auf wenige Kilometer reduziert werden.

(2) Ein weiteres Nachhaltigkeits-Argument ist der Wegfall von Plastikverpackungen. Diese sind für die Haltbarkeit von Lebensmitteln sehr wichtig. Eine in Plastik eingeschweißte Gurke bleibt 4x länger frisch als eine nicht verpackte. Mit Urban Farming können lange Lagerzeiten vermieden werden – somit ist die Plastikverpackung nicht mehr notwendig. Gerade für Verpackungsfreie Supermärkte (z.B. Holis Supermarket in Linz [LINK]) ist Urban Farming daher eine tolle Option.

(3) Auch Rooftop Gardens, also Dachgärten bieten ein großes Umweltschutz-Potenzial. Die Verdunstung von Flüssigkeit in der Erde führt zu einer Kühlung und hilft, die Temperaturen im Haus auch ohne Klimaanlage angenehm zu halten. Im Winter isoliert ein Dachgarten zusätzlich und senkt somit die Heizkosten.

Länger Leben mit Urban Farming

(4) Dass Pflanzen in der Stadt schön anzusehen sind steht (zumindest für mich) außer Frage. Was aber eventuell etwas überraschen mag, ist, dass sich städtische Grünflächen laut einer Studie der University of Exeter (GB) signifikant auf die Lebensqualität auswirken – und damit auch das Depressionsrisiko senken.

(5) Ein Forscherteam der Universität Chicago kam sogar zu dem Schluss, dass 10 zusätzliche Bäume in einem Häuserblock dessen Bewohner um etwa 7 Jahre jünger fühlen lässt. Ein Dachgarten wäre also eventuell eine gute Alternative zur nächsten Botoxkur 😉

Bezug zum Essen

(6) 92% der 6 bis 17-jährigen in Australien wissen einer Studie zufolge nicht, dass Bananen Früchte von Pflanzen sind. Für 60% war neu, dass Kräuter in der Erde wachsen.

Ob die Ergebnisse im deutschsprachigen Raum ebenso gravierend ausgefallen wären mag fraglich sein. Unbestreitbar ist allerdings, dass die meisten Menschen den Bezug zum Essen verloren haben. Kräuter kann man fix-fertig portioniert abgepackt kaufen – kaum einer denkt darüber nach, wie diese hergestellt werden.

Für uns als typische Stadtkinder war es daher faszinierend zuzusehen, wie sich aus einem Samenkorn erst eine Pflanze, dann eine Blüte und schließlich eine Tomate entwickelt. Dieses Bewusstsein für Nahrungsmittel halten wir für enorm wichtig. Urban Farming kann einen großen Beitrag dazu leisten, indem es Obst, Gemüse und Kräuter wieder näher zu uns Menschen bringt

Gemeinsam „garteln“

(7) Wenn ihr mit offenen Augen durch die Stadt geht, werdet ihr überall Menschen sehen, die gebannt in ihre Smartphones starren. Ich muss zugeben, selbst an einer schweren Form von Smartphonesucht zu leiden. Dennoch ist für mich sozialer Kontakt sehr wichtig. Deshalb finde ich auch Gemeinschaftsgärten toll. Dort treffen sich die verschiedensten Menschen um zusammen etwas zu schaffen. Das gibt es heute leider nicht mehr sehr oft.

(8) Ein sehr interessanter neuer Ansatz ist, Community Gardens und die „universell verständliche Sprache des Gärtnerns“ in die Integration von Flüchtlingen miteinzubeziehen. Mein Kollege Tris hat darüber seine Bachelor-Arbeit geschrieben und arbeitet bereits fleißig an einem Blog-Post zu diesem Thema.

Diese Aufzählung ist nur ein kleiner Auszug über das Potenzial von Urban Farming. Uns fallen fast täglich neue Gründe ein.

Was sind für Euch die größten Vorteile des städtischen Gärtnerns?

Quellen:
https://www.spar.at/de_AT/index/nachhaltigkeit/nachhaltige_produkte/verpackungen/verpackung_gege_verderb.html
http://holis-market.at/
https://vimeo.com/64293418
http://www.news.com.au/lifestyle/food/new-research-reveals-many-australian-children-dont-know-where-fruit-and-vegetables-come-from/story-fneuz8wn-1226926874599
http://derstandard.at/2000020234235-2765/Der-erstaunliche-Wert-von-Baeumen
Horx, Tristan 2015: Integrationspotenzial von „Urban Gardening“. Bachelorarbeit Universität Wien
Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik / Österreichisches Ökologie-Institut (Hg.), 2005: Vergleich von Transportbilanzen unterschiedlicher Produkte im Lebensmitteleinzelhandel – Kurzbericht für das BMLFUW. Wien

 

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Dan

Dan ist 22 und studiert Innovationsmanagement und Produktmarketing an der Austrian Marketing University in Wieselburg. Er wohnt mit seiner Freundin Lisi im 18. Bezirk in Wien.

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